Ein Teil der tschechischen Schuldnerregister ist öffentlich und für jeden einsehbar. Die Kreditregister sind es nicht. Sie funktionieren ähnlich wie die SCHUFA: Der Vermieter sieht sie nur, wenn der Bewerber ihm seine eigene Auskunft vorlegt. Die Übersicht gibt den Stand vom 14. Oktober 2026 wieder.
Register, die bei der Mieterprüfung in Tschechien am häufigsten genutzt werden
| Register | Was es zeigt | Wer es einsehen kann | Preis |
| Insolvenzregister (ISIR) | Laufende und abgeschlossene Insolvenzverfahren einschließlich Restschuldbefreiung | Jeder, mit Name und Geburtsdatum oder Geburtsnummer | Kostenlos |
| Zentrales Vollstreckungsregister (CEE) | Vollstreckungsverfahren der Gerichtsvollzieher | Jeder, auch als einmalige Abfrage ohne Registrierung | 60 CZK je Online-Abfrage einer Person |
| SOLUS, NRKI und BRKI | Unbezahlte Darlehen, Kredite, Telefon- und Energieverträge, je nach Register | Gläubiger, die Mitglied sind, und die betroffene Person selbst | Je nach Auskunft |
| Strafregister | Rechtskräftige, nicht getilgte Verurteilungen | Nur die Person selbst oder ein Bevollmächtigter mit amtlich beglaubigter Vollmacht | Verwaltungsgebühr |
Daraus folgt eine einfache Regel. Insolvenz- und Vollstreckungsregister prüfen Sie selbst, am besten kurz vor der Unterschrift, denn der Stand kann sich schnell ändern. Eine Kreditauskunft oder einen Strafregisterauszug kann nur der Bewerber liefern. Sie dürfen danach fragen, der Bewerber muss ihn aber nicht vorlegen. Lehnt er ab und sind Einkommen und Referenzen in Ordnung, entscheiden Sie selbst, ob Ihnen das verbleibende Risiko vertretbar erscheint.
Tschechische Register erfassen nur, was in Tschechien geschehen ist. Ein Bewerber, der gerade aus dem Ausland zuzieht, hat meist gar keine Einträge, und das sagt nichts aus. Stützen Sie sich dann auf den Arbeitsvertrag, den Aufenthaltstitel und eine Referenz seines bisherigen Vermieters. Eine deutsche SCHUFA-Auskunft oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn der Bewerber sie hat.
Ergebnisse richtig lesen
Gleichen Sie immer Name und Geburtsdatum ab. Ein Treffer bei einem häufigen Nachnamen beweist nichts. Eine ältere, ordnungsgemäß abgeschlossene Restschuldbefreiung kann bedeuten, dass die Person ihre Finanzen geordnet hat. Mehrere parallele Vollstreckungen über kleine Beträge deuten dagegen auf dauerhafte Zahlungsprobleme hin, die selten vor der Miete haltmachen. Bewerten Sie Einträge im Zusammenhang und hören Sie, wie der Bewerber sie erklärt. Im Zweifel bitten Sie um ein Dokument, etwa die Bestätigung des Gerichtsvollziehers über die Begleichung oder den Gerichtsbeschluss über den Abschluss des Verfahrens.
Leere Register sind keine Garantie. Sie zeigen die Vergangenheit, nicht die Zukunft, und Schulden bei privaten Vermietern, die niemand eingetrieben hat, erscheinen in keinem Register. Deshalb gehören Register mit Einkommensnachweis und Vermieterreferenz zusammen.